
Google December 2025 Core Update: Das Ende des Content-Breitensports
Am 12. Dezember 2025 verschob Google nicht nur Rankings – es verschob die Spielregeln. Warum Content-Planung jetzt neu gedacht werden muss und warum dein Content-Kalender möglicherweise toxisch für deine Sichtbarkeit ist.
Die wichtigste Erkenntnis vorab: Dieses Update hat nicht „Fehler bestraft". Es hat Relationen verschoben. Die Frage ist nicht mehr „Bin ich betroffen?", sondern: „Entspricht meine Content-Struktur dem neuen Qualitätsmodell?"
Warum das December 2025 Update ein Wendepunkt für Content-Planung ist
Zwischen dem June- und December-2025-Update lag ungewöhnlich viel Zeit. In dieser Phase sammelte Google Nutzungssignale: Interaktionen, Zufriedenheit, Muster über Monate. Als das Update dann rollte, wurden diese Bewertungen nicht vorsichtig eingepreist, sondern gebündelt umgesetzt.
Das Ergebnis: Keine kleinen Ausschläge, sondern klare Richtungswechsel. Besonders für Content-Planer und SEO-Teams bedeutet das: Die taktische Denkweise („Wir publizieren drei Artikel pro Woche und optimieren Meta-Tags") funktioniert nicht mehr. Google bewertet jetzt auf Systemebene:
- Thematische Abdeckung über die gesamte Domain
- Inhaltliche Glaubwürdigkeit im Kontext des Gesamtwerks
- Wahrgenommene Expertise über viele URLs hinweg
Die Konsequenz für deinen Content-Kalender: Ein guter Artikel auf einer beliebigen Domain ist heute weniger wert als ein durchschnittlicher Artikel auf einer klar fokussierten Domain. Qualität entsteht nicht mehr isoliert, sondern durch thematische Souveränität.
Die drei Content-Typen, die jetzt massiv verlieren
Wer Content plant, muss wissen, welche Strategien nicht mehr tragen. Beim December-Update zeigten sich drei dominante Verlierer-Muster – und none davon ist „schlechte Technik":
Typ 1
Der Content-Generalist
Websites, die „ein bisschen von allem" abdecken: Ratgeber, News, Evergreen, Vergleiche. Ohne klares Zentrum. Google gewichtet jetzt stark, ob eine Domain für ein Thema steht oder es nur mitnimmt.
Typ 2
AI-Masse ohne Verdichtung
generische KI-Texte mit gleichförmiger Struktur, ohne konkrete Beispiele, ohne Perspektive. Google erkennt Muster: Austauschbares Wissen wird durch fachlich verdichtete Inhalte ersetzt.
Typ 3
SEO-saubere Hülle ohne Substanz
Technisch perfekte Seiten (Core Web Vitals, saubere URLs, perfekte Meta-Daten), die oberflächlich erklären, aber bei echten Entscheidungen abkürzen. Wenn zehn Seiten technisch sauber sind, entscheidet der inhaltliche Mehrwert – und der fehlt hier.
Was das für deinen Redaktionsplan bedeutet
Die klassische Content-Planung nach Keyword-Volumen ist obsolet. Wenn du weiterhin nach „Search Volume" priorisierst und jede Woche neue Themen erschließt, baust du systematisch thematische Zerstreuung auf. Das Update bestraft diese Breite nicht direkt, aber es belohnt die Fokussierung deiner Wettbewerber – was denselben Effekt hat.
Was Google jetzt belohnt: Das neue Qualitätsmodell
Die Gewinner des December-2025-Updates haben gemeinsam, dass sie nicht lauter wurden, sondern klarer positioniert. Für Content-Planer ergeben sich daraus vier nicht-verhandelbare Standards:
1. Thematische Cluster statt Keyword-Listen
Gewinner denken nicht in Keywords, sondern in Themenfeldern. Ein Cluster zeigt, dass ein Thema nicht isoliert, sondern aus verschiedenen Perspektiven behandelt wird: Grundlagen, Vertiefungen, Randfälle, Praxisbeispiele. Interne Verlinkung ist dabei kein SEO-Trick, sondern bildet logische Entscheidungshilfen ab.
2. E-E-A-T wirkt kumulativ, nicht additiv
Ein Autorenname und eine „Über uns"-Seite reichen nicht. Google sucht nach Mustern: Wiederkehrende Autoren mit erkennbarem Fachprofil, konsistente inhaltliche Haltung, klare Zuordnung zwischen Thema, Autor und Domain. Dein Content-Plan muss Autoren als Themen-Experten etablieren, nicht als Ghostwriter.
3. Vollständigkeit schlägt Abdeckung
Früher reichte es, die Hauptfrage zu beantworten. Heute musst du die gesamte Entscheidungsstrecke abbilden: Hauptfrage → typische Folgefragen → Einordnung → Implikationen. Content, der nur den „ ersten Schritt" erklärt, erzeugt Anschlussrecherchen (und schlechte UX-Signale). Content, der mitdenkt, beendet die Suche.
4. Perspektive als Rankingfaktor
Google belohnt Inhalte mit erkennbarer Haltung. Nicht Meinung im Sinne von Lautstärke, sondern Einordnung mit Positionierung. Wenn zehn Seiten dasselbe erklären, gewinnt nicht die neutralste, sondern die mit der klarsten Struktur und den besten Priorisierungen.
Praxisbeispiel: Statt „Was ist ein Core Update?" (oberflächlich) liefere „Was das December-2025-Update für E-Commerce-Seiten mit geringem Budget bedeutet" (spezifisch, mit eigenen Analysen, praxisnah).
Der Content-Planning-Notfallplan für 2026
Wenn du jetzt handelst, nutzt du das Update als Katalysator. Aber Aktionismus ist fatal. Hier ist der strukturierte Ansatz, der funktioniert:
Schritt 1: Content-Audit nach Relevanz, nicht nach Traffic
Bewerte bestehende Inhalte nicht danach, wie viel Arbeit sie gekostet haben, sondern danach, welchen Beitrag sie zur thematischen Autorität leisten:
- Stufe A: Klare Stärke und Relevanz → Vertiefen und verlinken
- Stufe B: Überschneidungen mit anderen Artikeln → Zusammenführen
- Stufe C: Kein klarer Mehrwert → Löschen oder entindexieren
Schritt 2: Themen-Cluster schärfen
Stoppe die Produktion neuer Themen für 90 Tage. Stattdessen: Bestehende Kernthemen ausbauen. Jeder neue Artikel muss eindeutig einem Hauptthema zugeordnet werden können. Wenn das nicht möglich ist, gehört er nicht in deinen Content-Plan.
Schritt 3: Redaktionelle Prozesse umstellen
AI-Content ist kein Problem – fehlende Verdichtung ist es. Jeder AI-generierte Entwurf braucht eine menschliche Redaktionsphase, die folgende Fragen beantwortet:
- Welche eigene Erfahrung fließt hier ein?
- Welche Annahme treffen wir (und warum)?
- Was fehlt in den Top-10 SERPs, das wir besser machen?
Schritt 4: Suchintention kompromisslos durchziehen
Mische nicht: Information vs. Verkauf, Überblick vs. Detail, Einsteiger vs. Experte. Entscheide dich bewusst pro URL. Das erhöht die Verständlichkeit und reduziert Reibung – Signale, die Google zuverlässig misst.
FAQ: Das December 2025 Core Update im Überblick
Technische Qualität (Core Web Vitals, Mobile-Friendliness) ist Inzwischen Mindeststandard. Wenn alle technisch sauber sind, entscheidet der inhaltliche Mehrwert. Technik verhindert Verluste, sie erzeugt aber keine Überlegenheit mehr.
Strukturelle Neubewertungen brauchen Zeit – oft Monate. Zwischen großen Updates können sich Verbesserungen zeigen, aber fundamentale Änderungen im Qualitätsmodell erfordern Geduld. Messe auf Themenebene, nicht nur Domain-Ebene.
Nein. Aber generischer AI-Content ohne menschliche Verdichtung wird als austauschbar eingestuft. Entscheidend ist, ob Inhalte über das Offensichtliche hinausgehen. Redaktionelle Tiefe, eigene Analysen und praxisnahe Ableitungen sind unverzichtbar.
Ein Penalty straft Richtlinienverstöße ab. Ein Core Update ist eine relative Neubewertung. Du kannst alles richtig machen und trotzdem verlieren, weil Wettbewerber im direkten Vergleich als hilfreicher eingestuft werden.
Content-Planung neu denken?
Das December-2025-Update ist keine Krise, sondern eine Chance. Websites, die jetzt auf thematische Tiefe und strukturierte Autorität setzen, bauen einen Vorsprung auf, der über das nächste Update hinaus Bestand hat.
Autor: ContentPlanning.ai Redaktion
Quellen: Analyse basierend auf SISTRIX-Daten, Search Engine Journal Reports
und eigenen Untersuchungen aus dem Januar 2026.
Stand: 31. Januar 2026